Wie ich zu zeichnen anfing…

Soweit wie Jede(r) oder die meisten habe auch ich mit Bleistiftzeichnungen angefangen, als ich ernsthaft Künstler werden wollte.

Der Ẃunsch die Gegenwart auf das Blatt zu bringen, ist mächtiger als das Können. So machte ich genauso die Anfängerfehler, wie jeder Deputant. Im Grunde mache ich die Fehler noch immer, bemühe mich aber, sie zu überspielen. Es bleibt das Mysterium, den Eindruck zu fangen und die Situation zu meistern.

Der Bleistift ist ein nützliches Instrument schnell und differenziert zu arbeiten. Es gibt ihn von Ultra-hart bis Mega-weich und in verschiedenen Minenstärken. Er ist klein und kann überall mitgenommen werden. Besonders in dem letzten Jahrhundert war der Bleistift allgegenwärtig und ein Symbol für Genialität und Innovation.

Es ist allenthalben zu beobachte ,dass mit den Bleistift eher die kleineren Blattformate befüllt werden und das die Zeichner bei Missdeutungen sofort zum Radiergummi greifen und zumindest den letzten Teil vehement tilgen. Für die größeren Formate ist der Bleistift nicht zielführend, weil man doch ein großer Meister sein muss um die Flächen mit dem kleinen Strich zu füllen.

Der Bleistift ist gut für die Linie, versagt aber eher bei der Fläche. Wenn es um Schatten geht, hilft da die Schraffur. Diese kann man nun fleißig mit verschiedenen Techniken und Stichmuster in oder gegen die Richtung der Wölbung oder dem Schatten ziehen. Wenn es ein harter Kernschatten ist bietet die Kreuzschraffur gute Dienste.

Fineliner – Zeichnung „Aktstudien“

Oder machen füllt den Schatten oder tieferen Stellen mit einem weichen Stift, der flächig abdunkelt. Das ist auch die Gefahr für das ganze Blatt – eine einzige verschmierte Grafit-Studie. Die Zeichnung sollte man fixieren, damit sie ihren Charakter länger behält. Oder in einem Bilderrahmen hinter Glas montieren, damit die Umwelteinflüsse nur gedämpft an das Meisterwerk kommen.

Ich habe für mich festgestellt darauf zu verzichten.

Zum Einem ist mir das Radieren leid. Die Linien, die „falsch“ sind, werden radikal ge-ext und es verbleiben nur Flusen und Krümel.

Dabei ist es doch besser, neben die falschen die richtigen Linien zu setzen und dies zu betonen! Das ergibt eine gewisse Lebendigkeit und ein Gefühl für Bewegung. So machen Künstler bewusst eine Unmenge von Linien nebeneinander um eine Ablauf zu erzeugen. Ihre Figuren „leben“ und sind „agil“.

Das andere ist die Stifthaltung.

In der Schule lernen wir schon den Stift zu halten, in zwischen Daumen und Zeigefinger zu fixieren und so geführt auf das Blatt zu bringen. Dabei entsteht ein Fluss vom Augen über das Gehirn , den Arm die Hand in den Stift hinein. Wir konzentrieren uns und der Stift in der Hand folgt den Koordinaten , den Ihn das Gehirn vorgibt.

Das ist gut fürs Schreiben und technische Zeichnen. Alles akkurate und technisch versierte sollte so entstehen. Aber doch nicht eine Freihandzeichnung , die das Objekt „mit unseren Augen“ erfasst und es als Eindruck auf das Papier bannt. Es entsteht doch keine technische Zeichnung, kein Foto!. Wir wollen doch keine schnurgeraden Linien zeichnen, die in der Natur nicht vorkommen. Unsere Umwelt ist schief und krumm, bis auf die vom Menschen geschaffenen Dinge.

„Akt auf Arme und Knie“

Und unser Körper ist nun absolut rund und gewölbt. Da ist nichts gerade. Und deshalb bin ich für die Handskizze, wo der Stift; besser noch die Kreide , locker in der Hand liegt und lässig aus dem Handgelenk über das Blatt geführt wird. Dann ist Zeit das Objekt zu studieren und zu betrachten und die Hand folgt dem Auge ohne Umweg über Gehirn und Bewegungsapparat.

Es erfordert Übung , die mental beginnt. Auch den Mut des Scheiterns.

Ich wende diese Technik bei den Kohle- und Pastellzeichnungen an. Sie gibt mir die Freiheit, mich im dargestellten Objekt frei zu bewegen. Die Kante der Kohle wird Linie, die Fläche gibt Schatten und Hintergrund. Es geht viel schneller als mit dem Bleistift und der Erfolg, zumindest den, dass das Blatt schnell voll wird, gibt wiederum Zuversicht.

„Sitzende von 2015“

Sei es drum … frohes Schaffen!!

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