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Das Leben ist ein Fluss; es heißt schwimmen oder untergehen. Oder sich treiben lassen und auf die Anlegestelle warten. Mit dem Strom schwimmen, im übertragenem Sinne, hat immer Etwas von dem stillen Einverständnis und birgt die Gefahr der Stummen Wut, die sich irgendwann entlädt oder langsam beruhigt und einschläft. Ich sinniere hier über die vertrackte Verkehrsführung in meiner Heimat-Stadt Weimar. Als Betroffener und als Einer, der wie mit fremdem Augen von Außen auf die Situation der Stadt SIEHT. Hier wechselt das Kleinstädtische mit Provinzialischem , der Dorfcharakter mit verträumten Stop- und Go auf der Bundesstraßen-Chaussee.

Das ich bisher geschwiegen habe liegt zu einem daran, dass ich noch kein Blog hatte, :-), zum anderen, dass man sehen kann ohne alles gut zu finden und zu bewerten (siehe Ende).
Auf Reisen im In- und Ausland habe ich gesehen, was Verkehr bedeutet. Es ist mehr als nur ein trivialer Koordinatenwechsel, es ist die Moderne schlechthin. Es muss schnell gehen und weit sein. Der moderne Ortswechsel, die Mobilität ist Ausdruck der heutigen Zivilisation und zugleich sein Fluch. Die Metropolen müssen schnell und sicher Tausende, Zehntausende, Hunderttausende von den Trabanten-Siedlungen zur Innenstadt bringen und ebenso schnell wieder zurück. Arbeiten, Wohnen und Vergnügen sind meist in getrennten Gegenden angesiedelt. Nach wie vor ist das Auto das Transportmittel Nummer 1. Andere Regionen haben verschiedene Gewichtungen: Während im Norden der Republik, in Skandinavien und den Niederlande das Fahrrad eine hohen Stellenwert hat, fährt man damit im südlichen Raum Gefahr überrollt zu werden. Aber überall fahren Autos in unterschiedlichen Größen als seien sie allein auf der Welt.

Parkhaus – Bahnhofsgegend / Flixbus – Ports: Frankfurt am Main

Nur in dem beschaulichen Weimar sind sie alle gleichzeitig im Wettkampf: LKWś, Autos, Busse, Fahrradfahrer, Quad- und Motorradfahrer, Fußgänger, Roller und Kutschen. Immer wenn ich denke, das geht doch nicht, geht es doch, geht es weiter und ich schweige. Doch nun habe ich meinen Blog und bin nicht länger stumm – jetzt ist es Zeit zu sprechen.

Zunächst- Die Stadtverkehrsumgehung ist ein MUSS! Ein Viertel ist geschafft. Ein zweiter zur Hälfte geplant und dann ist nur noch gähnende LEERE! Die Umgestaltung des Sophienstifts-Platzes ist geplant und steht vor der Realisation. Natürlich mit Ampeln! EINFALLSLOS, teuer und nicht zielführend. Dabei geht es auch anders.

Cote dÁzur Sommer 2019 – Diesel ist teurer als Benzin E10!!

Um die Umwelt zu schonen ist eine elegante Regelung in Kraft, die auf Tempobegrenzung setzt und den Strom der motorisierten Lenker richtungweisend sanft aus der Innenstadt kanalisiert. Die Versuchsanordnung, die Bundesstraße mit Tempo 30 zu begrenzen, den Feinstaubausstoß so zu begegnen, hat sich als Dauerlösung entwickelt.
Die Forderung den Goetheplatz vom Durchgangsverkehr zu entlasten ist eine Grüne und schon lange realisiert. Da es sich noch nicht , im Gegensatz zu den festen Blitzern, bundesweit herumgesprochen hat, fahren regelmäßig Orts-fremde in die falsche Richtung und gehen den gelegentlichen Kontrolleuren in die „Netze“.

Dabei geht es nicht darum die Innenstadt zur Entvölkerung freizugeben. Es geht um die Begrenzung der Zügellosigkeit des Individualismus, indem auf den Richtungssinn gesetzt wird und im Klartext bedeutet das : fahre von Süd nach Nord!

Von Nord nach Süd – oh weh,das geht nicht. Es gibt zwei Innenstadt-nahe Routen mit Tempo 30 und Tempo 20 (Coudray und Burgplatz) und zwei Äußere mit streckenweise 50 km/h (Stadtring und Bodelschwinghstraße).

Im Klartext: Entweder langsam und kurz – oder- schneller und lang. Als Produkt steht das gleiche Resultat.

Da frage ich mich: Schont es mehr die Umwelt, werden weniger Emissionen abgegeben, wenn man lange langsam fährt oder kürzer schnell.

Zugegen: Der Entspannungseffekt ist bei langsamer Fahrt höher; mehr Zeit die Gegend zu betrachten, mehr Zeit für die Fahrzeuge, die aus Seitenstraßen kommen, sich einzuordnen.

An dieser Stelle kommt der kulturhistorische Verweis, dass Weimar nur für Fußgänger, Velos, für Kutschen und Sänften gemacht wurde. Und bestimmt nicht für solche Ignoranten, die von Ost nach West oder umgekehrt fahren möchten.

Und hier mein Vorschlag:

Zum Ersten – die Stadtverkehrs – Umfahrung weiter bauen . Von Kreisel Weimar Schöndorf zum Gewerbegebiet Süssenborn. Vom Landhaus Süssenborn über das Neuhöfchen – dem Lauf des Schlufter -zum Tunnel des Papierbaches, (unter der Bahn) – auf dem Papierbach entlang zwischen den Gärten – Plan – Pappelweg – Ehringsdorf – Zum Papiergraben – oberhalb Gelmeroda – Obergrunstedt und wieder zu Nohra / Erfurter-Straße)

Zum Zweiten:

Die wenigen Strecken, die doch noch tatsächlich mit der normalen Geschwindigkeit für Ortsdurchfahrten bedacht sind, auch auf 30 Stundenkilometer zu beschränken. 30 km/ h für die ganze Stadt. Wir sparen Tonnen von Verkehrsschildern.

Und schaltet endlich die Ampeln ab!!

Überall gilt die alte Regel Rechts-vor-Links! In der ganzen Stadt!

Bis auf die Ausnahmen: Die Magistralen!

Weimar hat nicht eine zweispurige Straße – außer der Umgehungsstraße, aber die hat genau genommen ein Ortseingangsschild an ihrem Anfang/ Ende. – Kutschen und Sänften!-
Und die Verkehrsleitwege, eine Straße für den Hin- und eine für die Gegenspur zu leiten – geht in Weimar nicht! In einer normale Straße in Weimar, die in anderen Städten glatt zu schmal für eine Einbahnstraße wäre, kommt dir in Weimar garantiert jemand mit seinem Fahrzeug entgegen. In Weimar ist dafür einfach kein Platz! !!Kutschen und Sänften!!

Alternative für Ampeln wären Kreisverkehre wie im europäischen Süden denkbar. Das gleiche – Platzprobleme

Nicht klein gedacht ,wie der Kreisverkehr , der nicht auf dem Sophienstiftsplatz gebaut wird sondern, größer gedacht!: Stadtring, Belvederer, Lutherer, Bodelschwingh, Jenaer, Ebert, Rießner und durch die Unterführung wieder auf den Stadtring. Das ist der Hauptweg, – die Trasse – .
Dabei sind die Bahnunterführungen nur für eine Richtung offen- die Ettersburger stadt-einwärts und die Buttelstädter stadt-auswärts.
Es muss aber dafür eine nahe Verbindung dazwischen entstehen. Am Haupt-Bahnhof entlang!

Innerstädtisch ist so eine Magistrale auch denkbar – denn ! Der Clou: Nur auf den Magistralen ist ein gegenseitiger Verkehr erlaubt. Nur hier darf man auch in die andere Richtung. Daher müssen Wendepunkte eingebaut werden. Wende-Kreisel.
Weil: Alle übrigen Nebenstraßen werden zu rechts fahrenden Kreisel erklärt. Nur immer in eine Richtung. Will man ein Ziel am linken Rand erreichen, so geht das nur über die Magistralen oder zweimal rechts fahren. Ausnahmen sind die Straßen und Gassen, die keinen Ring bilden also Sackgassen-Straßen.

Zusätzlich zu der Trasse können noch kleinere Magistralen entstehen, wo es die Straßenführung erlaubt. In den Wohngebieten bleiben aber die Einbahnstraßenführungen.

Schluss mit dem ewigen Warten an roten Ampeln und der anschließenden freien Fahrt für 40 Meter bis zur nächsten roten Ampel. Wir brauchen doch keine Lichtsignale uns den Weg zu weisen. Im Geheimen habe ich mir schon immer gesagt, wir, die betroffenen Autofahrer, legen Geld zusammen, um der Stadt ein Angebot zu machen, die Ampeln auszuschalten, damit wir nicht nachts auf einer totalen leeren Straße minutenlang auf die freie Fahrt warten müssen. Kein Eintrag mehr für eine überfahrende Ampel. Ist doch super!

Und mit dem Argument, es passieren Unfälle ohne Ampel, sage ich Ha!- Keine Streitigkeiten mehr, keine Versicherungsfälle. Und ha!, gab es ein Problem, na dann wird einfach die Straße geschlossen, so wie die Jean-Sibeliusstraße. Aus , fertig!! Erziehung!! Mitdenken!!

Immer nur rechts und Tempo 30 fahren. Die perfekte Verkehrsführung. Parken wie in einer Einbahnstraße links und rechts. Die Ausfahrt dennoch nur in eine Richtung. Sanfte Straßenbebauung unterstützen den Rechtssinn.

Der Busverkehr passt sich den Verkehrsströmen in der Richtung an. Der Goetheplatz ist Umsteigepunkt in EINER Richtung. Die Coudraystraße für die andere Richtung! Der Kreisel geht über die Schwansee und den Sophienstiftsplatz! Mit Vorfahrt. Andere Richtungen können NUR rechts einbiegen. Linksabbieger müssen einmal um den Block!

Alles kommt von rechts. Aus. Entweder rein (recht)s oder raus (links oder rechts)s. Oder noch eine Runde fahren. Und das mit Tempo 30. Wegen der Umwelt!!

So, was hat das alles eigentlich mit der Überschrift zu tun?

Seit einigen Jahren zeigt die große Uhr an der ehemaligen Post und heutigen Fitnesscenter mit Postfiliale zweimal am Tag, die genau Zeit an . Einmal am Tag und einmal des Nächten. Niemand stört das – oder? Wem das nicht reicht, schaue nicht hin oder alle die was ändern wollen legen zusammen …finden ein versierten Uhrmacher und – und es würde sich was tun…
Gebe auch die Einnahmen für diesen Blog-Beitrag dazu. Wenn etwas hereinkommt. Mal schauen…

„The fool on the hill sees the sun going down
And the eyes in his head see the world spinning round“
(„The fool on the hill“ -The Beatles-)